Typisch Jedi!
Was ist typisch für den Archetyp Jedermann, Everyman, Regular Guy or Girl?
Beginnen wir die Serie über die einzelnen Archetypen mit dem am meisten unterschätzten, dem Jedermann. Der Kürze halber ab sofort auch als »Jedi« bezeichnet. Denn das passt auch verdammt gut, wie Du hier erfahren wirst!
Der Jedi ist der Liebling aller, deswegen arbeiten grooooooooße Unternehmen gerne ganz gezielt mit ihm. IKEA ist zum Beispiel ein Jedi. Jeder hat was von IKEA. Und sei es nur dieses metallene Topf-Ding, in dem man das Besteck zum Abtropfen reinstellt.
Der Jedi kann also überaus erfolgreich sein, auch wenn man ihn schnell als den schüchternsten bis im schlimmsten Fall sogar langweiligsten aller Archetypen abstempeln könnte. Aber der Jedi schafft mühelos, worum sich die anderen anstrengen müssen: Er berührt alle im Herzen. Er ist der Golden Retriever der Archetypen. Unmöglich, ihn nicht zu mögen!

✷ Charakteristik ✷
Der Jedi eckt nicht an. Unmöglich, er hasst das ja!
Auffallen will er nicht, auf gar keinen Fall, denn: »Jeder Mensch ist gleich«! Es muss ein Jedi gewesen sein, der »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« erfunden hat.
Auf Begriffe wie »besonders«, »besser« oder »herausstechen« reagiert er also überaus allergisch. Meine Schwester ist ein Jedi, und ich streite mit ihr regelmäßig, ob nun alle Babies und/oder Katzen gleich süß sind: »Himmel, nein«, sag ich dann, und traue mich auf ihren strengen Blick hin nicht auch nur eine Silbe mehr zu sagen. Denn sonst kommt der absolute Schatten des Jedis zum Vorschein … Dazu gleich mehr!
Der Jedi ist im besten Fall einfach ein entspannter bis gemütlicher Mensch, der am Einfachen, am Menschsein an sich, am Alltag an sich schon genügend Freude hat. er zelebriert ein Schälchen Himbeeren wie andere ihren Kaviar. Man kann ihm also durchaus eine gewisse Bescheidenheit und Genügsamkeit nachsagen. Er ist lässig und meistens gut gelaunt (wobei das auch daher kommen kann, dass er eben nicht unangenehm auffallen will …)
Der Jedi mag das Pragmatische, Praktische und Handfeste: egal ob selber Handwerken oder sich in der Natur aufhalten. Übertriebenen Pomp oder Luxus kann er nicht nachvollziehen, womöglich stößt ihn so etwas auch regelrecht ab. Stattdessen legt er Wert auf gute, echte Materialien und Qualität.
Unnötig zu sagen, dass er deswegen auch Mannschaftssport mag, wie Sport im Allgemeinen: Der Jedi ist so down to earth, dass ihm natürlich klar ist, wie wichtig der Körper ist und damit Themen wie Bewegung und Ernährung.
Und wo wir schon beim Körperlichen sind: Der Jedi ist vielleicht nicht die Hammer-Knaller-Sexbombe, aber als Mensch, dem viel an Verbindung liegt, strahlt er etwas natürlich Charmantes aus. Die Leute aus Hollywood sind entsprechend die mit dem »Girl/Boy Next Door«-Charme: Anne Hathaway, Tom Hanks, Paul Rudd, Jennifer Aniston.
Ein besonders lauter Typ ist der Jedi also nicht, denn er will ja auf keinen Fall unangenehm herausfallen aus der Menge.
Für Menschen ist es generell furchtbar, die Erfahrung zu machen, vom Stamm herausgeschmissen zu werden. Früher war das ja durchaus lebensgefährlich! Im Jedi steckt diese Angst in multiplizierter Form: Deswegen reagiert er ungemein empfindlich darauf, wenn er beobachtet oder meint zu beobachten, wie jemand anderen Unrecht widerfährt: Dann wird er zum Darth Vader …
🌚 Schattenseiten
In seinem Wunsch nach ultimativer Gerechtigkeit kann das hochschreiend Absurde passieren, dass ausgerechnet der Jedi selbst zum schlimmsten Dogmatiker überhaupt wird: Er lässt dann nichts mehr gelten, wird stur, hört auf zu diskutieren, sondern schaltet auf Durchzug oder drückt die »Blockieren«-Taste. In genau diesen Modus fällt meine Schwester, wenn ich nur ansatzweise etwas von »nicht so süßen Babys oder Katzen« andeute. In so einem Moment lässt der sonst so coole, sympathisch liebenswerte Jedi die Luft im Raum zu Eis erstarren.
In so einem Moment ist es schwer vorzustellen, dass so manche Jedis von einem geringen Selbstvertrauen geplagt werden können. Es kann bis zum People Pleasing reichen. Lieber steckt der Jedi zurück, als aus dem Rudel zu fallen.
Vielleicht durfte er als Kind auch nie die Erfahrung machen, aufzufallen.
»Halt Dich nur nicht für was Besseres!«
– ein Satz, den Jedis oft sagen … und/oder selbst oft gehört haben.
Der Jedi hat es also nicht sonderlich mit Wettbewerben. Sollte er mal in Verlegenheit kommen, aufs Siegertreppchen steigen zu müssen, ist es ihm schon glatt unangenehm. Das kann bei anderen als Kokettieren rüberkommen und nerven, wenn sie den Schmerz des Jedi nicht verstehen. Aber ihm ist damit wirklich Ernst!
Und generell ist die Gefahr natürlich hoch, dass so ein Jedi als »Normalo« oder »Langweiler« rüberkommt. Dieses sozial Risikofreie, das dem Jedi selbst so wichtig ist, ist anderen Archetypen eben längst nicht so wichtig. Die wundern sich dann eher über diesen ruhigen Gesellen …
🌝 Lichtvolle Seiten
Der Jedi kommt bei allen gut an. Es gibt ja auch einfach keinen Grund, warum man ihn nicht mögen sollte! (Wenn er nicht gerade seinen Schatten herausgekehrt hat.)
Er ebnet jedem den Weg zu sich durch eine einladende Art; das gilt fürs Marketing wie im echten Leben: Jedis sind sehr gute, aufmerksame Gastgeber. Sie kümmern sich gerne um die, die sie mögen.
🎂 Gruppierung im Archetypen-Rad
Im klassischen Archetypen-Rad gehört der Jedermann zur Gruppe der Sozialen (zusammen mit dem Narr und Liebenden). Bei meinem holistischen Ansatz zähle ich ihnzur Gruppe der Emotionalen (Energie).
Stilistisch und inhaltlich hat der EVERYMAN eine Verbindung zum EXPLORER und HERO. Ihr bereichert Euch ganz besonders gegenseitig, weil ihr eine ähnliche Basis habt – das Natürliche, Sportliche.
– Was bedeutet das fürs Branding? –
Wenn Du ein Jedi bist, hast Du ein riesiges Potenzial, damit eine breite Zielgruppe zu erreichen! Versuch gar nicht erst, einen auf schnörkeldörkel und extravagant zu machen.
🗯️ Kommunikation, Tonality & Wording
Für den Jedi ist es typisch, dass er sich freundlich artikuliert. Er ist angenehm bis beschwichtigend unterwegs, weil er immer das »Sowohl als Auch« im Auge hat. Er begegnet – solange er nicht verletzt ist – jedem auf Augenhöhe.
In seiner Sprache ist nichts Hartes, nichts Gemeines, nichts Provokantes.
Am besten schreibt er realistisch, ordentlich bereichert um die Emotionen und Gefühle aus seinem bzw. dem menschlichen Alltag. Damit kann er überaus fein umgehen, zumal das »seine Welt« ist und er all die Nuancen so deutlich erkennt und beschreiben kann. Damit erreicht er eine breite Leserschaft – denn die kennen das alles ja auch aus ihrem Leben!
Zynismus steht dem Jedi nicht. Wenn der Jedi grantig ist, sollte er sich zweimal überlegen, ob er seine Wut 1:1 nach außen geben will: Die Community ist so sehr das Freundliche gewöhnt, dass ein Rant-Post von einem Jedi deutlich mehr abschreckt als bei allen anderen Archis.
Worte, die zum Jedi passen:
Allgemein, Gemeinwohl, Gemeinschaft, gemeinsam, Gruppe, zusammen, gleich, Menschen, Bürger, sozial, Freund, Geschwister, Familie, Zusammenhalt,
Alltag, Demut, Bescheidenheit
👖Stil & Style
»Casual« wurde für den Jedi erfunden! Was auch super passt: »natürlich« und »sportlich«.
Jedi-Stil:
simpel Jeans & T-Shirt; generell Denim; Sweatshirts; Karo (eher großes); natürliche Materialien (Baumwolle, Wolle, Leinen, Leder); eher grobe, haptisch schwere Materialien (Cord, Grobstrick, Twill); keine grellen oder unnatürlichen Farben; lockere, figurumspielende Formen und Schnitte; flache Schuhe;
Leder eher in Brauntönen als in Schwarz oder gar Kunstfarben
PS: Wenn das nicht »Dein Stil« ist oder Dir zu stereotyp vorkommt, lass Dich davon nicht irritieren. Vermutlich wird Dich aber einfach sowas mehr ansprechen als Samt und Brokat mit gewaltigen goldenen Stickereien … oder?
In Sachen Interior – wenn Du ein YouTuber bist und man öfter mal was von Deiner Bude sieht: Achte auf natürliche Farben, Formen und Materialien. Ben Berndt von Ben Ungeskriptet ist relativ sicher ein Jedi und bei ihm sieht man es schön: Die Holzmaterialien überall, die Pflanze (auch wenn sie fake ist) und er immer ganz simpel in T-Shirt oder unaufgeregtem Pulli. Sogar seine Gestik ist typisch Jedi: Große, weiche Bewegungen mit offenen Händen.
✷ Brand Design ✷
Orientiere Dich wie an den Stichworten von Stil & Style. Ergänze es gerne um »niederschwellig«: Du willst kein kompliziertes, anstrengendes Design, sondern dass die Leute schnell und einfach und so bequem wie nur möglich zu Dir kommen. Verständlichkeit ist alles! Mach nix, das super fancy oder experimentell ist.
🔠 Schriften
Zu Dir passen vor allem serifenlose Schriften (Sans), die gerne auch etwas breiter und runder sein dürfen. Sie sollen einfach gut lesbar sein und sind im Zweifelsfall lieber ein bisschen »langweilig«, denn Du produzierst Deinen Wumms besser mit emotionalen Bildern und den Inhalten an sich.
Für den Fließtext eignen sich gut:
(Alles Googlefonts)
Für Überschriften kannst Du Dir etwas mit mehr Wumms gönnen, das breiter ist und kursiv – das unterstreicht Deinen sportlichen Charakter schön:
Wenn es zu Deinem Metier passt, kannst Du Dir auch eine Comic-Schrift gönnen. Die Schrift sollte eben nach »Kenn ich irgendwoher« aussehen.
Deswegen gehen durchaus auch Zeitungsschriften! Solltest Du eine Schrift mit Serifen verwenden wollen, achte darauf, dass sie mehr organisch wirkt als konstruiert: Verwende dafür für Deine Schriftsuche das Stichwort »Renaissance-Antiqua«.1 Typisches Beispiel dafür ist jede Garamond.
🎨 Farben
In der Regel sind persönliche Lieblingsfarben durchaus gute Leitplanken für Dein Personal Brand Design. Achte nur darauf, ob es auch wirklich zur Branche passt. Es hat schon seinen Grund, dass die meisten Banken anders aussehen als Heilpraktiker!
Deine Farben, lieber Jedi:
natürlich, gedämpft, warm bis neutral
Wenn Du Dir schwer damit tust, schau gerne auf mein Pinterest-Board für Euch Jedis!
Oder wollt Ihr hier noch mehr visuelle Beispiele? 🥵😁
Fazit
Der Jedi hat des ganz schön gut: Er kann mit wenig Aufwand den größen Effekt haben! Wie kein anderer Archetyp schaffst Du es, eine wirklich große Gemeinschaft um Dich zu scharen.
Halte an Deiner lieben, leichtfüßigen Ausstrahlung fest. Du musst nichts tun, um magnetisch zu wirken.
https://www.typolexikon.de/renaissance-antiqua/














Bin so gespannt auf alle weiteren Typen ! Und ich liebe das Design von deinen Newslettern! Ich mag die kleinen Bildchen und Absätze und einfach, dass es nicht nur Text ist. Habe das bei meinen Newslettern auch von Anfang an versucht umzusetzen - denn das Auge isst mit. Und deiner schmeckt besonders gut 😋🥰
Ich muss ein defekter Jedi sein...
Frag nich... frag nich...
Aber du wirst sicherlich.
Ich muss mich nach dem vielen Input erstmal sammeln...
Passt das Jedi eigentlich zu INFP-T?